Frosch kann wieder geküsst werden

Von Jens Dräger - 04.05.2017

Eine Nachricht, die sicher alle Besucher des Rosengartens erfreuen wird:
Der Froschbrunnen ist restauriert.
Ulrich Ritter von der Firma „Stuckhaus GmbH Scherf und Ritter“ kam mit seinem Mitarbeiter Frank Grieswald am Mittwoch vor Ostern mit dem neu gegossenen Frosch in den Rosengarten, um dem Brunnen, der bei den Forstern und ihren Besuchern seit seiner Errichtung im Jahr 1913 ein beliebter Treffpunkt und Fotomotiv ist, wieder sein altes Antlitz zu verleihen.
Hierfür war allerdings einiges an Vorarbeit nötig. Der alte Frosch wurde im November 2016 nach seiner Zerstörung von der Stuckateurfirma abgeholt, um ihn als Modell für den Abdruck zu verwenden. In der Werkstatt in Waldenburg bei Chemnitz wurde dann mit Hilfe dieser Vorlage eine Form aus Kautschuk gefertigt. In diese wurde ein Spezialgemisch aus Beton und rostfreiem Stahl eingebracht, welches nun aushärten musste. Für das technische Innenleben ist unter anderem die originale Düse im Froschmaul verbaut worden, damit der Frosch das Wasser wie gewohnt speien kann. Bis der fertige Frosch aus der Form befreit werden konnte, musste er einige Zeit trocknen, bevor es auf die Reise von Sachsen nach Forst ging.
Um den neuen Frosch auf seinen Sockel in der Brunnenschale setzen zu können, musste zunächst auf Anraten der Denkmalpflege die Schale erneuert werden. Dies geschah eine Woche vorher, damit der Beton ausreichend Zeit hatte, um auszuhärten. Außerdem musste die aufgebrachte Imprägnierung einwirken, die dafür Sorge trägt, dass das Wasser den Brunnen nicht schädigen kann.
Aus nostalgischen Gründen, der Frosch ist Ulrich Ritter seit zwanzig Jahren schon ans Herz gewachsen und seine Firma hatte ihn bereits schon einmal restauriert, war es natürlich Chefsache, die siebzig Kilogramm schwere Skulptur aus Beton passgerecht zu montieren.
Nach dem ersten Trockentest, der zufriedenstellend ausfiel, wurde der Spezialkleber angerührt und vorsichtig aufgetragen. Nun war es soweit und der Wasseranschluss konnte installiert werden. Mit dem geliehenen Feuerzeug eines der Anwesenden wurde der zuführende Kunststoffschlauch erwärmt und mit dem Anschlussschlauch des Frosches verbunden. Mittlerweile hatte auch der Kleber seine nötige Festigkeit erreicht und der Frosch konnte aufgesetzt werden. Ein geübtes Auge war vonnöten und mit sicherer Hand wurde der neue Frosch nun ausgerichtet, bevor die Handwerker die Klebefugen mit einem Schwamm glattstrichen. Nach einem zufriedenen letzten Blick ist abschließend der Brunnen mit einer Schutzplane abgedeckt worden, da der Kleber mindestens vierundzwanzig Stunden brauchen würde, um zu binden.
Die Hochzeit war perfekt, alles passte und für den kommenden Dienstag gab der Fachmann die Freigabe, den Brunnen in Betrieb zu setzen. Um das Gesamtbild des Froschbrunnens abzurunden wird auch das Schild vor dem Brunnen bis zum 1. Mai noch erneuert.
Die für die Restaurierung erforderlichen 3160,- Euro wurden ausschließlich durch Spenden aufgebracht, bei denen sich viele Forster und auch Forster Unternehmen beteiligten.
Vielen Dank an alle Spender und die Firma „Stuckhaus GmbH Scherf und Ritter“, die vereint dafür gesorgt haben, dass der Froschbrunnen mit seinem hohen Identifikationswert wieder die Besucher des Rosengartens erfreuen kann.