Forster Biologe im südamerikanischen Hochland,
Im Namen des Naturschutzes nach Ecuador

Von Jens Dräger - 04.05.2017

Kilian Zuchan ist in Forst geboren und hat bis zu seinem 19. Lebensjahr in Forst gelebt. Der Gymnasiast aus dem Friedrich-Ludwig-Jahn Gymnasium hat nach seinem Abschluss Biowissenschaften an der Universität Rostock und der University of Alabama in Huntsville (UAH) studiert und sagt von sich, dass er von Wissenschaften, insbesondere den Naturwissenschaften recht besessen ist. Während seines Bachelors empfand er so gut wie alle Teilgebiete der Biologie sehr interessant und aufregend, was das Lernen des Materials vereinfachte, eine Spezialisierung innerhalb der Biologie nun allerdings als etwas schwieriger gestaltet.

Kilian wusste bereits schon recht früh in seiner Schulzeit, was er mit seinem Leben machen wollte, denn schon mit ca. vierzehn Jahren hatte Kilian den Wunsch, Biologie zu studieren. Ihn faszinierten die komplexen Zusammenhänge in der Natur und die Grenzen des Wissens kennenzulernen. “Für mich gibt es nichts Bereichernderes, als das Verständnis, wie das Leben auf unserer Erde bis ins kleinste Detail organisiert und aufgebaut”. Während des Studiums an der Universität Rostock kam er dann auch zur bitteren Erkenntnis, dass der Mensch sich lange schon nicht mehr als Teil des Ganzen sieht, sondern die Natur aufgrund wirtschaftlicher Interessen nur noch ausbeutet. „In Vorlesungen zum Natur- und Artenschutz bekam ich die volle Breitseite der menschlichen Existenz verdeutlicht..., jährlich verliert dieser Planet um die 40.000 Tierarten.“, so Kilian Zuchan. Eine Zahl, die betroffen macht.
„Das Traurige daran ist, dass wir gerade einmal einem Bruchteil (vermutlich weniger als 15%) dieser Arten auch wirklich beschrieben haben, wodurch wir nicht mal wissen, was wir verlieren oder bereits verloren haben und welche Möglichkeiten, in Medizin oder Technik, die eine oder andere Tier- oder Pflanzenart bietet.”

“Den Entschluss und die Motivation, mit dem vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (kurz BMZ) geförderten Programm “weltwärts” nach Ecuador zu gehen, habe ich bereits mit dem Ende meines Auslandsaufenthalts in den Vereinigten Staaten getroffen.” Während meiner Bachelorarbeit am Leibniz Institut für Ostseewissenschaften, machte ich mir bereits über mögliche Master-Studiengänge Gedanken. Ich präferierte ein Master-Studium im Ausland, weil ich die Vorstellung, nach der Zeit in den USA wieder komplett auf mich selber gestellt zu sein und in einer anderen Kultur Fuß zu fassen als herausfordernd und inspirierend empfand.
Das Kennenlernen und Erleben einer anderen Kultur ist eine sehr bereichernde Erfahrung und ich wollte einfach mehr.
Gegen Weihnachten 2015 erfuhr ich, dass mich der Experiment e.V. für ein ökologisch-thematisiertes Projekt im botanischen Garten von Quito nominiert hat, welches wie ein Blitz in meinen Planungen schlug und mich sofort animierte an diesem Abenteuer teilzunehmen.

Dieses Projekt passt ideal zu mir und ich bin Experiment e.V. unglaublich dankbar für die Entscheidung, mich in dieses Projekt auserwählt zu haben.
Damit habe ich nicht nur die Möglichkeit meine Ausbildung an der Universität Rostock, wo ich bereits auch schon in der Botanik geforscht und gelehrt habe, passend einzusetzen, sondern zudem auch noch Touristen aus der ganzen Welt und Besucher aus Ecuador etwas für Pflanzenbestand der Welt beizubringen.
Es gibt einige Sachen, die ich in Ecuador gerne erreichen möchte und von denen ich hier hoffentlich ordentlich berichten kann. Als erstes natürlich, und das ist das Ziel von allen „weltwärts“-Projekten, ist es mein Ziel, im botanischen Garten einen dauerhaften Eindruck zu hinterlassen. Sei es in Form meines Engagements in den Herzen der Mitarbeitern und Forschern, in Form einer Ausstellung die ich organisiere, in den Anschauungen der Kinder- und Touristengruppen, die ich durch den Garten leiten werde oder aber durch einen selbst-gepflanzten Teil des botanischen Gartens.
Die restlichen Ziele sind eher persönlich und beinhalten, dass Beherrschen der spanischen Sprache (was nach einem halben Jahr Vorbereitung und einem Jahr in Ecuador sich hoffentlich als leichter herrausstellen wird), möglichst viele Ecken von Quito zu erkunden (immerhin ist Quito mit 2.2 Millionen Menschen und ungefähr ¼ der Fläche Berlins, die größte Stadt in der ich für längere Zeit gelebt haben werde), als auch der Besuch der Galapagos Inseln (um zu sehen, was Darwin einst im September 1835 sah) und des tropischen Regenwalds. Und natürlich hoffe ich, euch mit meinen Beiträgen mit nach Ecuador nehmen zu können und euch an dem Projekt etwas teilhaben zu lassen.

Diese Beiträge können bereits seit August des letzten Jahres auf seiner Blogadresse eingelesen werden:
www.tracksofhumboldt.wordpress.com
Zudem können Neuigkeiten zum ecuadorianischen Wälderschutz auf dieser Seite eingesehen werden:
www.ecomingafoundation.wordpress.com/

Die Forster Stadtwerke haben Kilian durch eine Spende an den Experiment e.V bei diesem Vorhaben unterstützt. Wenn Sie auch in Erwägung ziehen für diese und weitere Projekte zu spenden
www.experiment-ev.de/