Bikes und Rock mit Gottes Segen,
Über tausend Teilnehmer beten für eine gute Saison

Von Jens Dräger - 04.05.2017

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Möge die Straße uns zusammenführen und der Wind in deinem Rücken sein. Diese Textzeilen kennt seit vielen Jahren die große Bikergemeinde, die zwei mal im Jahr nach Forst kommt, um hier in der Sankt Nikolai Kirche gemeinsam zu beten und zu singen. Zirka sechshundertfünfzig Bikes mit über eintausend Teilnehmern wurden von den Offiziellen gezählt und die Sankt Nikolai Kirche war wieder einmal bis auf den letzten Stehplatz voll. Pfarrer Christoph Lange lud wieder die Brüder und Schwestern der Mottorrad-Gemeinde zum Saisonstart in die Forster Stadtkirche ein. Das Thema des diesjährigen Gottesdienstes war „fest(G)halten“, wobei das große G nicht nur für Gott stand, sondern auch für die Gebote Gottes, für Glaubensbekenntnis und für die Gesetze auf der Straße. Festhalten solle man aber auch im täglichen Leben. Jeder braucht eine Hand zum Festhalten und sollte sich gegenseitig Halt geben und Hilfe leisten.
Der charismatische Forster Musiker Brian Bossert mit der Band BB and the String Tornados füllte die Kirche von Anfang an mit musikalischen Erinnerungen, wie Pink Floyds „Wish you were here“ und erfüllte auch den persönlichen Wunsch des Pfarrers, für den er später noch Canned Heat´s „On the road again“ spielte.
Nach den Willkommensworten von Christoph Lange bat dieser dann mit „einem ganz besonderen Gast“ Generalsuperintendent Martin Heche nach vorn, der gerade aus Prag angereist war. Heche freute sich nach einigen einleitenden Worten mit der Gemeinde über das Wetter, welches sich eines Saisonstarts „Gott sei Dank“ als würdig erwies und bedauerte mit einem Augenzwinkern, dass er seine 125er RT nicht mehr hatte.
Geehrt wurde auch das Geburtstagskind des Tages, Andreas Klemm, der für die Technik in der Kirche verantwortlich zeichnete und für den die ganze Kirchengemeinde aufstand und mit Begleitung von Elisabeth Engwicht an der Orgel sangen die angereisten Bikerinnen und Biker „Viel Glück und viel Segen“. Joachim Pfeiffer aus Lübbenau war mit achtzig Jahren der älteste Biker, der von Anfang an jedes Mal dabei war, wenn das Wetter mitspielte. Ein weiterer Gast, den Pfarrer Lange begrüßte, war ein Symbol des Friedens. Eine weiße Taube weilte seit dem vergangenen Samstag hier im Kirchenschiff.
Dass es nicht nur ernst und besinnlich in der Kirche zugeht, zeigte sich, als bei einem der Anwesenden das Handy unaufhaltsam klingelte und aus einer anderen Reihe gerufen wurde: „Geh doch ran!“, was mit allgemeiner Erheiterung quittiert wurde, als der Pfarrer zu seinen Laptop schritt und grinsend meinte: „Geh du da ran, ich geh hier ran.“
Festhalten ist wichtig! Das war das zentrale Thema des Gottesdienstes. So bei der Erinnerung an Strittmatters „Der Laden“, als auch bei seiner kleinen Geschichte über einen Drahtseilartisten, bei der es um Vertrauen, Mut und Liebe ging.
Beendet wurde der Gottesdienst, nachdem alle gemeinsam das Vaterunser gebetet hatten, mit der Hymne:
„Möge die Straße“.
Generalsuperintendent Martin Heche erteilte der Gemeinde den Segen und Pfarrer Christoph Lange bat die anwesenden Motorradfahrer darum, auch die neue Saison wieder vorsichtig angehen zu lassen. Anschließend fuhren Maschinen a la couleur, angeführt wie in jedem Jahr von Pfarrer Lange mit Frau auf seiner blauen BMW, in einem langen Konvoi durch Forst und das Umland zur Bachkirche, um sich dort bei Kaffee und Kuchen zu stärken und bei gemeinsamen Gesprächen Erlebnisse auszutauschen und Pläne für die kommende Saison zu schmieden.
„Und bis wir uns wiedersehen, halte Gott dich fest in seiner Hand.“