Honky Tonky Show im Manitu,

Lindenberg Coverband zog alle Register

Von Jens Dräger - 15.04.2017

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Seit nunmehr dreizehneinhalb Jahren fährt der Sonderzug mit dem Katastrophenorchester jetzt schon durch die bunte Republik. Und nach einer dreijährigen Abstinenz, in denen die Udo Lindenberg Coverband nicht hier gastierte, freuten sich die Besucher des Manitu am Samstag ganz besonders darauf, „El Paniko“ und seine Mannen wieder begrüßen zu dürfen. In ausverkauftem Haus präsentierte sich die Band um Heiko Weiß, so der bürgerliche Name des Udo Lindenberg Doubles, und „Das Katastrophenorchester“ mit der Lindenberg Show. Und die Kapelle mit ihrem charismatischem Kopf war in Höchstform. Ohne Eierlikör, wie ihr musikalisches Vorbild, dafür mit jeder Menge alten und neuen Stücken im Gepäck spielte die Band all die Songs, die des eingefleischten Lindenberg Fans Herz berühren. Wäre der nunmehr siebzigjährige Meister selbst anwesend gewesen, hätte sich die selbsternannte Nachtigall sicher ebenso respektvoll vor den Musikern verneigt, wie er es bereits vor denen des Musicals „Hinterm Horizont“ tat.
Drei Mal hatte El Paniko bereits die Ehre, mit dem „echten“ Udo auf der Bühne stehen zu dürfen und darauf ist er mächtig stolz. Die Autokennzeichen auf dem Parkplatz zeugten von den weiten Reisen der Fans und für die 18,- € Eintritt wurde eine perfekte Show geboten. Um punkt 22:00 Uhr begann die Titelmelodie aus „Der Pate“ aus den Boxen zu dröhnen und die Musiker versammelten sich auf der Bühne. Mit dem Verklingen der letzten Töne von Nino Rotas Filmklassiker starteten Dr. U. und seine Katastrophenband mit Vollgas in die Show. Das Spektakel begann mit musikalischen Likörellen, wie „Einer muss den Job ja machen“ und „Ich mach mein Ding“. Alle angereisten Fans waren sofort in Stimmung und sangen von Anfang an jeden Song mit. Die musikalische Zeitreise ging von 1972 bis ins Jahr 2016 und wieder zurück und trotz der vierundvierzig Jahre, die zwischen dem Studioalbum „Daumen im Wind“ und der Live-CD „Stärker als die Zeit“ lagen, hatten sich Jung und Alt vor der Bühne eingefunden, um gemeinsam in Erinnerungen zu schwelgen, zu tanzen und zu feiern. Die angekündigte Drei-Stunden-Show wurde gegen 23 Uhr durch eine kleine Pause unterbrochen, in der sowohl die Musiker, als auch das Publikum die Zeit nutzten, um für ausreichenden Getränkenachschub zu sorgen und nach der Pause ging das rauschende Fest weiter, bis tief in die Nacht. Im zweiten Teil der Show folgten Songs, wie „Moskau“, „Mädchen aus Ost Berlin“, Du knallst in mein Leben“ und weiter ging die „Odyssee“ „Bis ans Ende der Welt“ zum musikalischen „Horizont“. Irgendwie hatte man im Laufe des Abends immer mehr das Gefühl, der echte Lindenberg hätte sich mit seinem Panikorchester ins Manitu verirrt, aber letztendlich war das auch fast schon egal, da diese Coverband ja ihre Fans nach Forst geholt hatte und von solch einer hohen Qualität war, wie man sie selten erleben durfte. Nach fast drei Stunden Musik verabschiedeten sich sieben glückliche und erschöpfte Musiker von ihrem Publikum, wurde aber nicht ohne Zugabe von der Bühne gelassen. Mein Fazit; wenn die Linde wieder einmal durchs Manitu rauscht, werde ich ganz sicher wieder dabei sein.